Amélie Jäger sieht ihre Aufgabe als Designerin darin, zu hinterfragen, wer man ist, woher man kommt, warum man das tut, was man tut - kurz gesagt, was den Menschen unverwechselbar macht. So ist die Selbstreflexion die größte Inspirationsquelle für ihre Arbeiten. Es geht um Veränderung, weniger um eine Revolution, als vielmehr um eine permanente Evolution. Amélie Jäger, die im Dezember 2010 ihr Modedesign-Studium an der Universität der Künste in Berlin mit dem Diplom abschloss, sieht ihre Arbeiten als gegenwärtiges Zeugnis einer unentwegten Entwicklung und Erkundung. Ihr Anspruch ist es, dem Publikum einen Einblick in ihre Phantasie und Gedankenbilder zu geben, beziehungsweise es an ihrer fortwährenden Entwicklung und am kontinuierlichen Entdecken und Neuerfinden teilhaben zu lassen.
In ihrer beim Ramazzotti Runway Award präsentierten Kollektion EROSION ME geht es um weitaus mehr als um den Zerfall. Inspiriert von dem Ergebnis der Angreifbarkeit, stellt die Designerin den Menschen mit seinem Körper und seiner Seele in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. Kann Zerstörtes - das Unvollkommene - gerade auch das Vollkommene sein? Amélie Jägers Kleidung versucht emotionale Antworten auf diese und weitere Fragen zu geben, die sie sich zunächst immer selbst stellt. Damit verbunden ist das Anliegen, auch anderen Menschen Antworten geben zu können und deren Empfindungen widerzuspiegeln.
Designer Sven Sobiechowski versteht sein Label BOUTIQUE 5000 als interaktives Labor und Plattform schöpferischer Gestaltungsprozesse. BOUTIQUE 5000 soll Akzente in Formen, Farben und Materialien setzen und Avantgarde mit klassischen Stilelementen und zeitloser Eleganz verbinden. Intensive Farben und starke Kontraste oder zarte Töne und weiche Schattierungen - individuelle Farbgebungen prägen die Kollektionen von BOUTIQUE 5000.
Die auf dem Ramazzotti Runway Award gezeigte Kollektion ist modern im Design, urban, zeitgeistig. Es ist eine Kollektion, die sich den Fragen der Zeit stellt. Fragen der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Grundlage des Materials ist Holz aus nachhaltigem Forst. Die Kollektion ist diversifizierbar in Couture/Showstücke, Premium-Konfektion, Casuals. Sie ist trotz hohem Designanspruch in großen Rahmen produzierbar. Sie ist pflegeleicht, waschbar und leicht zu handhaben. Für moderne Frauen durchaus ein Kriterium: Ein Kleid wiegt 120 Gramm. Abendkleid goes Handgepäck. Sie bietet hohe Passgenauigkeit und Tragbarkeit durch klare Schnitte, reduzierte Formen und starke Farben.
Kreativität, vor allem in der Mode, war schon immer die Leidenschaft von Sylvia Schimmel, der Designerin hinter dem Label -eccentro-. Zunächst erlernte sie allerdings einen "soliden" Beruf und wurde Bankkauffrau, stellte aber schnell fest, dass das nicht ihre Erfüllung werden konnte. Ihr Herz schlug eben kreativ, nicht bürokratisch. Also entschied sich Sylvia Schimmel im Jahr 2006 ein Studium zur Modedesignerin und Stylistin an der internationalen Modeschule ESMOD in München zu beginnen, das sie 2009 als eine der Jahrgangsbesten abschloss. Anschließend arbeitete die junge Designerin für Filmproduktionen im Kostümbild und acht Monate als Design-/Produktentwicklungsassistentin, bevor sie den Sprung in die Selbständigkeit wagte.
Die Philosophie hinter dem von ihr 2010 gegründeten Label -eccentro- besteht darin, dem modernen, modebewussten Menschen herausragende Kleidung von höchster Qualität, die durch besondere Stoffe gewährleistet wird, einen perfekten Sitz und exzellente Verarbeitung zu bieten. Die aktuelle Kollektion ist zeitlos klassisch bis sportlich léger. Ein Mix aus asymmetrischen Schnitten, Volumen und Basics. Die Kunden von -eccentro- unterstreichen ihre Persönlichkeit mit ihrer Kleidung und sind vor allem eins: authentisch. Sie schwimmen gegen den Mainstream und sind definitiv keine "Fashion Victims".
Isabelle Mbarga und Madlen Lecoutré sind sich einig - wer im Haifischbecken der Fashionindustrie überleben will, muss etwas riskieren. Sie sind die kreativen Köpfe hinter dem jungen Berliner Modelabel MANIKÓ, das Anfang 2010 aus der Wiege gehoben wurde. Die Diplom-Designerinnen hatten schon während ihres Studiums an der HTW Berlin mit zwei Kommilitoninnen am Projekt MANIKÓ gearbeitet und diverse Praktika bei etablierten Designern sowie ein Semester am "University College for the Creative Arts" in England absolviert. Dank dieser Erfahrungen und jeder Menge positiver Resonanz wagten die beiden den Schritt in die Selbständigkeit und bauten ihr eigenes Unternehmen auf.
Fernab vom hippen Berlin-Mitte entsteht am Rande der Hauptstadt hochwertige, elegante Mode, die klassische Schnitte modern interpretiert. Unbeeinflusst von Szene-Trends halten die beiden Designerinnen an ihrem individuellen Stil fest: Klare Linien, großzügige Silhouetten, unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten und das alles mit der Note "tragbar". Weiche, anschmiegsame Stoffe wie Seide, Wolle, Chiffon und Leder prägen den femininen und lässigen Schick der Kollektion.
Der gebürtige Thailänder Laend Phuengkit lebt und arbeitet in Zürich und hat im März 2009 sein Studium am Institut für Mode-Design an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel abgeschlossen. Für Laend Phuengkit braucht Mode aufgrund ihrer Schnelllebigkeit und ihres zukunftsgerichteten Charakters Geduld, Wissen, Tradition und Mut von Seiten des Designers. Durch die Verbindung von verschiedenen Materialien und Formen, von Individuellem und Allgemeinem, von gebrochenen Tabus und Konventionen wurde eine Freiheit möglich, die anderswo nicht denkbar ist. In der Mode kann man alles wagen, ihre Toleranz gegenüber der Extravagant und dem Wagnis ist ein tragender Bestandteil ihrer selbst.
Ein sauberer Entwurf, eine klare Umsetzung, viel Geschick beim Recherchieren, gepaart mit einem außerordentlichen Sinn für Trends, sind bezeichnend für Laend Phuengkits Arbeitsweise. Mit seiner Mode setzt er den Fokus auf Avantgarde, lässt sich aber ebenso von Geschichtlichem inspirieren. Der Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist oft kultureller und politischer Natur.
Im vergangenen August legte Patrick Braun sein Diplom als Designer an der FH für Gestaltung in Bielefeld ab und zog nach Berlin, um dort sein berufliches Glück zu finden. Neben der Großstadt und dem Wunsch nach mehr als einer "soliden" Assistenzstelle in einem Großunternehmen lockte die Suche nach der Wahrheit im Ausleben und im Feiern der Mode.
Während seines Studiums entwarf und fertigte Patrick Braun ausschließlich HaKa (Herrenoberbekleidung). Besonderen Wert legte er hierbei immer auf drei Dinge: Ein klares Konzept, einen deutlichen Eindruck, eine gegebene Tragbarkeit. In zahlreichen Projekten und Kursen erlernte er das Erstellen von Kollektionskonzepten und deren Umsetzung, zu der die Entwicklung von Farb- und Materialkonzepten immer dazugehörte und ihn ein besonders Bewusstsein hierfür lehrte. Auf der praktischen Seite erlernte er Know-how und ein Gespür für Verarbeitungsdetails, auf der theoretischen Seite historisches Modewissen und einen Sinn für das Erforschen von Trends. All diese gesammelten Erfahrungen, Versuche und erlangten Qualitäten zeigen sich in seiner Kollektion "Rahmenbedingung", die er beim Ramazzotti Runway Award präsentiert.











